Ausgabenprioritäten & Transparenz

612 Millionen Euro mit Gleichstellungsbezug: Bei den Details endet die Transparenz

Das Bundesentwicklungsministerium bestätigt die Größenordnung. Doch bei den größten Einzelvorhaben, konkreten Kürzungen und Projekten mit verfehlten Zielen bleiben entscheidende Fragen offen. Die SPD beruft sich auf eine „nachweislich“ hohe wirtschaftliche Wirkung, legt den verlangten Nachweis aber nicht vor.

RecherchePolitikFinanzen4. September 2026
2025612 Mio. €Auszahlungen mit GG1/GG2
2024704 Mio. €Vergleichswert
AnfrageTop 10kein Vorhaben konkret genannt
Vorschau · Ausgabe #01

Die Diskussion um staatliche Ausgabenprioritäten wird schärfer. Der Bundeshaushalt steht unter Konsolidierungsdruck. Gleichzeitig werden Bürger, Steuerzahler und Beitragszahler mit steigenden finanziellen Belastungen konfrontiert. Vor diesem Hintergrund hat die Braker Zeitung das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zu Ausgaben für Projekte mit Gleichstellungsbezug befragt.

Ausgangspunkt waren rund 612 Millionen Euro für 2025 und rund 704 Millionen Euro für 2024. Das BMZ bestätigt die Größenordnung. Aber die Zahl braucht eine entscheidende Einordnung.

612 Millionen Euro ja, aber nicht ausschließlich für Gleichstellung als Hauptziel

Die 612 Millionen Euro flossen nicht ausschließlich in Projekte, deren Hauptzweck Geschlechtergleichstellung ist. Nach Angaben des Ministeriums umfassen die Auszahlungen sowohl Vorhaben mit dem OECD-Gender-Marker GG1 als auch mit GG2. GG1 bedeutet Gleichstellung als Nebenziel, GG2 Gleichstellung als Hauptziel.

Wer die gesamten 612 Millionen Euro als reines Budget für Projekte mit Geschlechtergleichstellung als Hauptziel darstellt, rechnet deshalb falsch. Auch handelt es sich nicht automatisch um Projekte, die 2025 neu beschlossen wurden: Entwicklungsprojekte laufen häufig über mehrere Jahre.

Die Zahl stimmt. Ihre politische Aussagekraft ist enger, als es eine pauschale Schlagzeile vermuten lässt.
ReportExtra · Einzelausgabe #01

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Im vollständigen Beitrag: die zehn größten Vorhaben, die das BMZ nicht nennt, konkrete Kürzungsfragen, Erfolgskontrolle, die vier unbeantworteten SPD-Nachfragen und die redaktionelle Einordnung nach Richtlinie 3.2.

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Freischaltung mit Veröffentlichung der Ausgabe #01 · September 2026